Lückengeschichten für Senioren zum Ausdrucken

Sechs gereimte Geschichten vom Waschtag, vom Tanzabend und vom Sonntagskaffee. Das fehlende Wort steht immer am Zeilenende und reimt sich auf die Zeile davor.

  • 6 Geschichten, 11 bis 13 Lücken
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Alle sechs Geschichten mit Lösungswörtern

  1. Ausflug ans Meer

    Am Sonntag, früh um halb nach sieben,

    hat es uns an das Meer (1) ________.

    Im Korb lag Brot, dazu der Tee,

    so fuhren wir zur blauen (2) ________.

    Der Zug war voll bis an die Türen,

    man konnte schon die Seeluft (3) ________.

    Dann lag er vor uns, hell und weit,

    der Strand im schönsten Sommerkleid.

    Die Mutter trug den Sonnenhut,

    die Luft war mild, die Laune (4) ________.

    Ein Windstoß kam, so frisch und keck,

    schon war der Hut der Mutter (5) ________.

    Der Vater baute mit der Hand

    die größte Burg aus feuchtem (6) ________.

    Wir Kinder sprangen in das Meer,

    da staunten alle Möwen (7) ________.

    Vom Kiosk holten wir uns Eis,

    denn mittags war es ziemlich (8) ________.

    Zu Mittag gab es frischen Fisch,

    ein Tuch im Sand war unser (9) ________.

    Dann schliefen wir im Strandkorb ein,

    gewärmt vom hellen (10) ________.

    Am Abend, als die Sonne sank,

    da ruhten wir auf einer (11) ________.

    Die Heimfahrt war dann still und lang,

    im Ohr noch immer Wellenklang.

    (1) getrieben · (2) See · (3) spüren · (4) gut · (5) weg · (6) Sand · (7) sehr · (8) heiß · (9) Tisch · (10) Sonnenschein · (11) Bank

  2. Der Waschtag

    Am Montag war der große Tag,

    an dem die Wäsche vor uns (1) ________.

    Schon früh im Keller, fast noch Nacht,

    hat Mutter Feuer (2) ________.

    Im großen Kessel kochte bald

    die Wäsche, ob nun neu, ob (3) ________.

    Mit Kernseife und Bürste dann

    fing nun das große Schrubben an.

    Der Dampf stieg hoch bis an die Decke,

    man sah kaum noch die nächste (4) ________.

    Die Hände wurden rot und rau,

    das Wasser wurde trüb und (5) ________.

    Dann wurde alles ausgewrungen,

    dabei hat Mutter laut (6) ________.

    Wir Kinder sprangen hin und her

    und trugen Körbe, voll und (7) ________.

    Im Hof, da hingen an der Leine

    die Hemden, große und auch (8) ________.

    Der Wind, der kam und fuhr hinein,

    da wurde alles frisch und fein.

    Die Kragen wurden steif gestärkt,

    dass man’s am Sonntag gleich (9) ________.

    Am Abend, müde, doch voll Stolz,

    saß Mutter auf der Bank aus (10) ________.

    Und in den Schränken, glatt und weiß,

    lag nun der Lohn für ihren (11) ________.

    (1) lag · (2) angefacht · (3) alt · (4) Ecke · (5) grau · (6) gesungen · (7) schwer · (8) kleine · (9) bemerkt · (10) Holz · (11) Fleiß

  3. Der Tanzabend

    Am Samstag war im Gasthof Tanz,

    der Saal erstrahlte voller (1) ________.

    Mein Kleid war neu, der Rock schwang weit,

    die Lippen rot, ich war (2) ________.

    Die Locken saßen, gut frisiert,

    die Schuhe glänzten, frisch (3) ________.

    Die Burschen standen an der Wand,

    das Bierglas fest in ihrer (4) ________.

    Dann spielte die Kapelle auf,

    da nahm der Abend seinen (5) ________.

    Ein junger Mann kam her zu mir

    und fragte höflich: „Tanzen (6) ________?“

    Wir drehten uns im Walzertakt,

    bis mich ein Schwindel hat (7) ________.

    Dann hieß es plötzlich: „Damenwahl!“

    Da wurde es ganz still im (8) ________.

    Ich nahm mein Herz in beide Hände

    und holte ihn. Das war die Wende!

    Zur Pause holte er uns Bowle,

    ich hatte Blasen an der (9) ________.

    Beim Foxtrott trat er mir aufs Bein,

    doch er war nett, das sah ich (10) ________.

    Um zehn Uhr musst’ ich heim, oh Graus,

    der Vater wartete zu (11) ________.

    Er brachte mich bis an das Tor

    und flüsterte mir leis ins (12) ________:

    „Am Samstag tanzen wir doch wieder?“

    Ich summte froh die schönsten (13) ________.

    (1) Glanz · (2) bereit · (3) poliert · (4) Hand · (5) Lauf · (6) wir · (7) gepackt · (8) Saal · (9) Sohle · (10) ein · (11) Haus · (12) Ohr · (13) Lieder

  4. Der Sonntagskaffee

    Am Sonntag, pünktlich um halb drei,

    kam die Verwandtschaft gern herbei.

    Die gute Stube war geputzt,

    das Sonntagsporzellan (1) ________.

    Der Duft von Kaffee zog durchs Haus,

    und Opa sah ganz festlich (2) ________.

    Die Kanne trug die warme Haube,

    so dick und rund wie eine (3) ________.

    Die Oma goss den Kaffee ein,

    die Tassen waren dünn und fein.

    Da stand ein Teller Bienenstich

    und Streuselkuchen, nur für (4) ________!

    Die Tante kam mit neuem Hut,

    der stand ihr, fand sie, wirklich gut.

    Sie brachte uns den Pflaumenkuchen,

    den mussten alle gleich (5) ________.

    Der Onkel nahm sich drei, vier Stück

    und lehnte sich dann froh (6) ________.

    Der Vater las die Zeitung still,

    weil er am Sonntag Ruhe (7) ________.

    Die Sahne, frisch und steif geschlagen,

    die lag uns später schwer im (8) ________.

    Man sprach vom Wetter und vom Garten,

    wir Kinder mussten artig (9) ________.

    Danach gab’s noch ein Kartenspiel,

    und wer verlor, der schimpfte (10) ________.

    Am Abend ging man heim, ganz satt:

    „Wie schön, dass man Familie (11) ________!“

    (1) benutzt · (2) aus · (3) Taube · (4) mich · (5) versuchen · (6) zurück · (7) will · (8) Magen · (9) warten · (10) viel · (11) hat

  5. Der Markttag

    Am Mittwoch war der Markt im Ort,

    mit Mutters Korb ging ich gleich (1) ________.

    Schon an der Ecke hört’ ich’s laut:

    „Ganz frisch sind Möhren, Lauch und (2) ________!“

    Beim Bauern gab es rote Rüben

    und grüne Bohnen gleich da (3) ________.

    Ein halbes Pfund von guter Butter,

    das war der Auftrag meiner (4) ________.

    Die Eierfrau zählt’: eins, zwei, drei,

    und legte noch ein viertes (5) ________.

    Am Fischstand roch es streng nach Fisch,

    der Hering lag ganz blank und (6) ________.

    Der Händler hob den Käs’ zur Waage

    und stellte mir die alte (7) ________:

    „Darf’s etwas mehr sein?“ Ja, na klar!

    Das fragte er schon manches (8) ________.

    Am Blumenstand, so bunt und hell,

    da kaufte ich ein Sträußchen (9) ________.

    Der Bäcker rief: „Komm her, mein Kind!“

    und gab ein Hörnchen mir (10) ________.

    Den vollen Korb trug ich nach Haus,

    und Mutter packte alles (11) ________.

    Sie zählte nach und staunte sehr:

    „Vier Eier? Wo kommt das vierte (12) ________?“

    (1) fort · (2) Kraut · (3) drüben · (4) Mutter · (5) bei · (6) frisch · (7) Frage · (8) Jahr · (9) schnell · (10) geschwind · (11) aus · (12) her

  6. Das Weihnachtsbacken

    Wenn im Advent es draußen schneit,

    dann ist zum Backen endlich (1) ________.

    Die Schürze um, so war’s Befehl,

    dann wog die Oma Zucker, (2) ________.

    Dazu kam Butter und ein Ei,

    und jedes Kind war mit (3) ________.

    Den Teig, den kneteten wir lange,

    bis rot erglühte jede (4) ________.

    Roh schmeckt er freilich noch am besten,

    das musste jedes Kind mal (5) ________.

    Mit Förmchen stachen wir nun aus

    den Stern, das Herz, den Mond, das (6) ________.

    Im Ofen wurden sie schön braun,

    und alle wollten nur noch (7) ________.

    Und jedes Blech, das fertig war,

    probierte Opa, Jahr für (8) ________.

    Der ganze Flur roch bald nach Zimt,

    die Nachbarn rochen es (9) ________.

    Mit Zuckerguss und Streuseln bunt

    verzierten wir sie Stund um (10) ________.

    Die Dose kam ganz hoch hinauf,

    doch keiner passte richtig (11) ________:

    Am Heiligabend war sie leer,

    da gab es keine Plätzchen (12) ________!

    Doch Oma, die war immer klug,

    versteckte Plätzchen noch (13) ________.

    (1) Zeit · (2) Mehl · (3) dabei · (4) Wange · (5) testen · (6) Haus · (7) schaun · (8) Jahr · (9) bestimmt · (10) Stund · (11) auf · (12) mehr · (13) genug

Eine Geschichte pro Blatt

Gedruckt wird die Geschichte, die gerade gewählt ist: der ganze Text mit nummerierten Lücken, auf Seite zwei die Lösungswörter in derselben Reihenfolge. Teilen Sie die Blätter aus und behalten Sie die Lösung bei sich.

Zum Eintragen ist ein dicker Filzstift besser als ein Kugelschreiber, dann kann auch die Nachbarin am Tisch mitlesen.

Vorlesen mit Pause an der Lücke

Für eine Runde, in der die Leitung vorliest:

  1. Gelesen wird Zeile für Zeile. Wo am Zeilenende ein Wort fehlt, hält die Leitung kurz inne.
  2. Wer das Wort weiß, ruft es in die Runde. Dann geht es weiter.
  3. Jedes Wort zählt, das sich reimt und in den Satz passt. Liegt die Sahne im „Magen“ oder auf dem „Kragen“, wird gelacht und weitergelesen.
  4. Kommt nichts, die Zeile davor noch einmal lesen und das Reimwort betonen.
  5. Für eine leichtere Runde stehen die Lösungswörter vorher gemischt auf einem großen Blatt, beim Markttag also Kraut, Mutter, frisch, Jahr und die übrigen.
  6. Am Ende liest jemand aus der Runde die ganze Geschichte ohne Pausen vor.

Reim und Lücke: so ist jede Geschichte gebaut

In allen sechs Geschichten reimen sich je zwei Zeilen, und jede Lücke steht am Ende der zweiten. Wer „Am Mittwoch war der Markt im Ort“ hört, wartet schon auf „fort“. Deshalb raten auch die mit, die schlecht sehen oder lieber zuhören.

Nach demselben Muster entsteht eine Geschichte über das eigene Sommerfest oder den letzten Ausflug der Gruppe. Die Zeile vor der Lücke muss das Wort nahelegen: Nach „Zu Mittag gab es frischen Fisch“ passt kaum etwas anderes als „Tisch“. Die Geschichten hier haben elf bis dreizehn Lücken auf 24 bis 28 Zeilen, ein gutes Maß. Namen aus der Runde und Dinge wie Kernseife, Strandkorb oder Bienenstich machen sie persönlich. Kurze Reimaufgaben stehen bei den Reimrätseln.

Nach der Geschichte weitererzählen

  • An welchem Tag war bei Ihnen Waschtag, und wer hat den Kessel angeheizt?
  • Wo wurde bei Ihnen getanzt, und wer hat Sie zum ersten Mal aufgefordert?
  • Gab es bei Ihren Tanzabenden Damenwahl, und haben Sie sich getraut?
  • Welcher Kuchen stand beim Sonntagskaffee auf dem Tisch, und wer kam zu Besuch?
  • Was haben Sie als Kind auf dem Markt eingekauft, und wer hat Ihnen etwas zugesteckt?
  • Welche Plätzchen wurden bei Ihnen im Advent gebacken, und wo stand die Dose?
  • Wann waren Sie zum ersten Mal am Meer, und womit sind Sie hingefahren?

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